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Katze: Bindehautentzündung

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Bindehautkatarrh, Konjunktivitis

Als Bindehäute (Konjunktiven) bezeichnet man die Schleimhäute, die die innere "Auskleidung" der Augenlider bilden. Sie gehen in die Hornhaut über, die den Augapfel überzieht. Bindehautentzündungen gehören zu den häufigsten Augenerkrankungen der Katze.

Abb. H45GBQMC
Abb. H45GBQMC: Schematischer Aufbau des Auges mit Lage der Bindehäute (im Bild rot).

Ursachen

Eine Vielzahl von Ursachen kann zu einer Bindehautentzündung führen:

Bindehautentzündungen treten jedoch auch im Rahmen schwerer Allgemeinerkrankungen auf. Fast jeder Katzenschnupfen-Komplex beginnt beispielsweise mit einer Bindehautentzündung.

Leitsymptom

  • gerötetes Auge
  • Augenausfluss

Symptome

Eine Bindehautentzündung kann ein- oder beidseitig auftreten. Die Bindehaut ist gerötet und eventuell sogar so geschwollen, dass vom Augapfel nicht mehr viel zu sehen ist. Das Auge tränt und juckt, die Katze wischt häufig mit der Pfote darüber. Oft kneift sie das betroffene Auge auch zu. Bei bakterieller Beteiligung ist der Ausfluss oft eitrig.

Diagnose

Die klinischen Symptome einer Bindehautentzündung sind sehr typisch. Für die weiterführende Untersuchung des Auges stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Diese Untersuchungen ermöglichen es, die genaue Ursache der Bindehautentzündung zu ermitteln bzw. andere Erkrankungen auszuschließen. Abhängig von den klinischen Befunden und dem Verlauf der Bindehautentzündung wird der Tierarzt entscheiden, welche Untersuchungen nötig sind. Dazu kann im Einzelfall eine kurze Narkose notwendig sein, damit die folgenden Untersuchungen von der Katze toleriert werden:

  • Untersuchung der Lidunterseiten zum Ausschluss von Fremdkörpern im Auge
  • Fluorescein-Probe (Anfärbung der Hornhaut) zum Ausschluss von Hornhautdefekten
  • Tupferprobe oder Lidabstrich zum Nachweis beteiligter Krankheitserreger
  • Entnahme von Zellen durch ein Bürstenverfahren ("Cytobrush") oder eine Biopsie zum Nachweis von Entzündungszellen o.ä.

Da einige sehr schwere Infektionserkrankungen ebenfalls zu Entzündungen der Bindehaut führen können, ist meist eine gründliche klinische Untersuchung der gesamten Katze notwendig.

Behandlung

Eine reine Bindehautentzündung wird immer lokal mit antibakteriellen oder antiviralen Salben und Tropfen versorgt werden. Die Salbe oder die Tropfen müssen mehrmals täglich ins Auge eingebracht werden. Dabei gibt es einige Tricks, die Sie sich von Ihrem Tierarzt zeigen lassen sollten! Sekret oder angetrocknete Krusten sollten vorher schonend mit einem weichen, sauberen und nicht fusselnden Tuch entfernt werden.

Tritt eine Bindehautentzündung als Symptom anderer Erkrankungen auf, erfolgt zwar auch eine lokale Behandlung des Auges, im Vordergrund steht jedoch die Behandlung des Grundleidens.

Prognose

Die Prognose einfacher Bindehautentzündungen ist gut. Liegt ein schweres Grundleiden vor, kann sich die Prognose verschlechtern.

ACHTUNG

Niemals sollte Kamille ins Auge gebracht werden! Kamille besitzt mikroskopisch feine Härchen, die jedes Sieb und jeden Teebeutel durchdringen können und zu starker Reizung im Auge führen.

Stand: 12.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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