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Katze: Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Exokrine Pankreasinsuffizienz, Bauchspeicheldrüsenunterfunktion

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt zwischen Magen und Darm und hat zwei Aufgabenbereiche: Im so genannten endokrinen (nach innen wirkenden) Teil werden die Hormone Insulin und Glucagon produziert, die für die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten notwendig sind. Störungen des endokrinen Pankreas führen beispielsweise zu Diabetes mellitus. Aus dem exokrinen (nach außen wirkenden) Teil der Drüse stammen die meisten Verdauungsenzyme, die in den Magen-Darm-Trakt eingeleitet werden und dort bei der Verdauung der Nahrung benötigt werden. Neben der hier beschriebenen Bauchspeicheldrüsenunterfunktion liegt auch bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung eine Störung des exokrinen Pankreas vor.

Bei einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion (exokrine Pankreasinsuffizienz) kommt es zu einem Mangel an Verdauungssäften. Die Nahrungsbestandteile können nicht mehr ausreichend aufgespalten und können folglich nicht mehr über den Darm in das Blut aufgenommen werden. Es kommt zu einer ungenügenden Versorgung des Körpers mit Nährstoffen.

Abb. FZ750T60
Abb. FZ750T60: Lage der Bauchspeicheldrüse im Magen-Darm-Trakt.

Ursachen

Ursache für eine Bauchspeicheldrüsenunterfunktion ist oft eine chronisch verlaufende Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), aber auch Tumoren oder vorangegangene Operationen, die die feinen Ausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse verlegen, können an der Entstehung beteiligt sein. Es treten erst Symptome auf, wenn über 90% des Gewebes zerstört sind.

Symptome

Katzen mit einer exokrinen Pankreasinsuffizienz haben viel Appetit, verlieren trotzdem Gewicht und setzen große Kotmengen ab. Durch ein Fehlen von Verdauungssäften können die Nährstoffe nicht vom Darm aufgenommen werden und der Futterbrei wird unverdaut oder nur teilweise verdaut mit dem Kot ausgeschieden. Der Kot ist häufig gelb gefärbt, breiig und sehr übel riechend.

Diagnose

Eine Verdachtsdiagnose ist durch die typischen Symptome möglich. Allerdings können auch andere Erkrankungen zu ähnlichen Symptomen führen. Für die endgültige Diagnose einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion sind daher spezielle Blut- und Kotuntersuchungen notwendig. Dabei werden Enzyme gemessen, die normalerweise in der Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Bei einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion ist der Gehalt an diesen Enzymen vermindert.

Behandlung

Die Behandlung einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion besteht in einem lebenslangen Ersatz der Pankreasenzyme. Dazu werden diese Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern oder Schweinen gewonnen und müssen dem Katzenfutter als Pulver oder Kapsel zugesetzt werden. Meistens muss die optimale Dosierung über mehrere Wochen ermittelt werden. Einige Tierhalter lassen die Mischung aus Futter und Pulver einige Stunden stehen, um die Nahrung anzuverdauen, andere füttern es sofort. Denkbar ist auch die Fütterung von frischem Pankreasgewebe.

Spricht die Katze nicht auf die Behandlung an, kann der Grund in einer Zerstörung der gefütterten Verdauungsenzyme durch die Magensäure liegen. In diesen Fällen kann die Wirkung durch Gabe von Magensäurehemmern (so genannte Antazida) u.U. verbessert werden.

Die Katzen müssen keine spezielle Diät fressen, sollten aber mit hochwertigen Futtermitteln versorgt werden. Eine Verminderung des Rohfasergehaltes (also der Ballaststoffe) kann sich günstig auf die Verdauungstätigkeit auswirken.

Prognose

Bei konsequent durchgeführter Behandlung kann die Katze ein weitgehend normales Leben führen.

Stand: 12.02.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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