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Katze: Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Allgemeines

Weitere Bezeichnungen: Pankreatitis, Bauchspeicheldrüsenentzündung

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt zwischen Magen und Darm und hat zwei Aufgabenbereiche: Im so genannten endokrinen (nach innen wirkenden) Teil werden die Hormone Insulin und Glucagon produziert, die für die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten notwendig sind. Störungen des endokrinen Pankreas führen beispielsweise zu Diabetes mellitus. Aus dem exokrinen (nach außen wirkenden) Teil der Drüse stammen die meisten Verdauungsenzyme, die in den Magen-Darm-Trakt eingeleitet werden und dort bei der Verdauung der Nahrung benötigt werden. Neben der hier beschriebenen Bauchspeicheldrüsenentzündung liegt auch bei einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion eine Störung des exokrinen Pankreas vor.

Bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) kommt es zu einer Selbstverdauung des Organs. Die Verdauungsenzyme werden nicht erst im Darm aktiviert, sondern bereits vorzeitig im Drüsengewebe. So entsteht eine Entzündung. Dabei gelangen Verdauungsenzyme und Botenstoffe der Entzündung auch in den Blutkreislauf und können Entzündungen an anderen Organen, Schock und schließlich ein so genanntes Multiorganversagen hervorrufen.

Eine Pankreatitis kann akut oder chronisch verlaufen, grundsätzlich tritt die chronische Form bei Katzen deutlich häufiger auf.

Abb. FZ74X1Q2
Abb. FZ74X1Q2: Lage der Bauchspeicheldrüse im Magen-Darm-Trakt.

Ursachen

Die genaue Ursache dieser Erkrankung bleibt meist ungeklärt. Auffällig ist, das an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung erkrankte Katzen häufig gleichzeitig an einer Leber- und Gallengangentzündung und an entzündlichen Veränderungen des Darmes leiden. Etwa 50% der erkrankten Tiere leiden außerdem an Diabetes mellitus. Auch Vergiftungen oder Infektionen können ursächlich beteiligt sein.

Symptome

Die Symptome einer Bauchspeicheldrüsenentzündung bei Katzen sind sehr unspezifisch, daher kann die Diagnose schwierig sein. Viele Tiere leiden an Appetitlosigkeit und sind teilnahmslos. Etwa die Hälfte der Katzen sind dehydriert, haben also zu wenig Flüssigkeit aufgenommen. Weitere Symptome können Fieber, Gelbsucht oder Bauchschmerzen sein. Im Gegensatz zu Menschen und Hunden wird Erbrechen und Durchfall selten beobachtet. Besonders chronisch erkrankte Katzen sind deutlich abgemagert und sehen insgesamt schlecht aus.

Abb. FZ6L4T6X
Abb. FZ6L4T6X: Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Diagnose

Die Diagnose von Bauchspeicheldrüsenentzündungen kann schwierig sein, da die Symptome in den meisten Fällen auf verschiedene Erkrankungen des Bauchraums hinweisen. Durch Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen können einige Erkrankungen ausgeschlossen werden, eine sichere Diagnose der Pankreatitis ist durch diese Untersuchungsmethode jedoch nicht möglich. Am zuverlässigsten scheint die Diagnose derzeit mit Hilfe eines relativ neuen Bluttests möglich zu sein. Bei diesem wird ein bestimmtes Enzym des Pankreas nachgewiesen, das bei Pankreatitis erhöht ist (fPLI).

In Einzelfällen ist es notwendig, eine so genannte Probelaparotomie durchzuführen. Dabei wird die Bauchhöhle der Katze eröffnet, um die Bauchspeicheldrüse genau untersuchen zu können. Da dazu eine Narkose notwendig ist, muss die Katze vom Allgemeinzustand allerdings stabil sein.

Behandlung

Grundsätzlich kann eine Bauchspeicheldrüsenentzündung schwer oder mild verlaufen. Bei beiden Verläufen sollte nach Möglichkeit die Ursache beseitigt oder behandelt werden, leider ist dies jedoch nur in seltenen Fällen möglich.

Bei schweren Verlaufsformen der Pankreatitis muss die Katze stationär aufgenommen und intensiv betreut werden. Jede Gabe von Futter und auch Wasser wird vermieden, die Katze muss komplett durch Infusionen ernährt werden. Schmerzmittel und andere Medikamente werden ebenfalls verabreicht. Nach einer Zeit des Fastens muss die Katze vorsichtig angefüttert werden. Dabei werden vor allem Kohlenhydrate gefüttert, Eiweiße und Fette müssen anfangs sehr sparsam gefüttert werden.

Bei milden Verlaufsformen sind die Symptome meist weniger dramatisch, die Erkrankung kann jedoch langfristig schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der Katze haben. Das Risiko an Diabetes mellitus oder einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion zu erkranken, ist bei diesen Katzen deutlich erhöht. Bei milden Verlaufsformen werden derzeit gute Erfolge mit der Gabe von Kortison erzielt.

Prognose

Nur bei einer milden Verlaufsform ist die Prognose gut, schwere Verlaufsformen enden häufig tödlich.

Akute Entzündungen können durch erfolgreiche Behandlung komplett beseitigt werden, so dass die Bauchspeicheldrüse danach wieder vollständig gesund ist. Chronische Verläufe führen immer zu narbigen Veränderungen in der Drüse, die die Funktion des Organs dauerhaft einschränken. Mit klinischen Symptomen durch die Unterfunktion ist allerdings erst bei Ausfall von etwa 90% des Drüsengewebes zu rechnen.

Stand: 24.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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