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Kaninchen: Trächtigkeit

Nach der Befruchtung wandern die Eizellen in die beiden Gebärmutterhörner und nisten sich dort innerhalb der ersten zehn Tage der Trächtigkeit ein. Insgesamt beträgt die Tragzeit zwischen 29 und 35 Tagen. Wenige Tage vor der Geburt beginnt die Häsin mit dem Nestbau. Dafür rupft sie sich selbst – und eventuell auch ihren Partnertieren – Fell aus. Zusammen mit Heu, Stroh, Papier, Ästen usw. baut sie damit ein Nest für ihre Jungen. Bei Außenhaltung wird sie versuchen, dieses Nest in den Boden zu graben.

Ist dies nicht möglich, sollte ihr eine Wurfbox oder ein kleines Häuschen zur Verfügung gestellt werden, in dem es dunkel ist. Diese Wurfbox sollte eine Größe von mindestens 40 x 40cm aufweisen und einen oben zu öffnenden Deckel besitzen. So kann eine tägliche Kontrolle der Jungtiere erfolgen, ohne dass das Nest zerstört wird. Wurfbox oder Häuschen sollten bei Verdacht auf eine Trächtigkeit spätestens sieben Tage vor erwartetem Geburtstermin in den Stall gebracht werden, damit sich die Häsin daran gewöhnt und ausreichend Zeit für den Nestbau hat.

Der Bau des Nestes ist meist das einzige Anzeichen für eine nahende Geburt, nur sehr selten wird eine Zunahme des Bauchumfangs bemerkt.

Störungen der Trächtigkeit

Trächtigkeitstoxikose: Einige Häsinnen entwickeln im späten Trächtigkeitsstadium eine so genannte Trächtigkeitstoxikose, übersetzt bedeutet dies „ Schwangerschaftsvergiftung“. Vermutlich entsteht diese durch eine unzureichende Versorgung mit Energie und Kalzium bei gleichzeitig vorliegendem Stress. Die Tiere fressen plötzlich nicht mehr und sind teilnahmslos. Es können auch krampfartige Muskelzuckungen auftreten. Nur schnelles tierärztliches Eingreifen und eine Versorgung mit Infusionen kann Todesfälle verhindern.

Vorbeugend sollten trächtige Häsinnen optimal mit Energie und Nährstoffen versorgt werden (siehe auch Fütterung). Wie immer sollte Heu in ausgezeichneter Qualität ständig zur Verfügung stehen, gleichzeitig muss eine abwechslungsreiche Auswahl an Frischfutter angeboten werden. Je näher der Geburtszeitpunkt rückt, desto mehr Energie und vor allem Kalzium wird benötigt. Gemüse mit einem hohen Kalziumgehalt sind beispielsweise Löwenzahn oder Brokkoli. Energie kann durch Bananen oder Äpfel zugeführt werden. Die Ernährung muss ausgewogen und vielseitig sein, es sollte keinesfalls eine Überversorgung mit einhergehender Verfettung der Häsin erfolgen. Dies führt schnell zu einer so genannten Leberverfettung.

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Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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