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Kaninchen: Oronasale Fistel

Fisteln sind mit Eiter gefüllte Hohlräume, die – im Gegensatz zu Abszessen – eine Öffnung zur Körperoberfläche besitzen. Bei einer oronasalen Fistel befindet sich ein Abszess im Bereich der oberen Backenzähne (oral = zur Mundhöhle gehörend). Verantwortlich für den Abszess im Oberkiefer sind meist Zahnerkrankungen. Dieser Abszess bricht in die Nase oder ihre Nebenhöhlen (nasal = die Nase betreffend) auf.

Nach außen sichtbar ist dies dann durch eitrigen Nasenausfluss, der ein- oder beidseitig auftreten kann. Ist gleichzeitig der Tränennasengang betroffen, kann es auch zu eitrigem Augenausfluss kommen.

Für die Diagnose muss die Maulhöhle gründlich untersucht werden. Zusätzlich werden Röntgenbilder angefertigt.

Oronasale Fisteln können nur durch das Ziehen der verursachenden Backenzähne behandelt werden. Da diese Behandlungsmaßnahmen sehr schmerzhaft sind, sollten unbedingt Schmerzmittel verabreicht werden, damit das Kaninchen nicht aufhört zu fressen. Viele Tiere müssen jedoch trotzdem für einige Zeit nach der Operation zwangsgefüttert werden. Zusätzlich müssen knochengängige Antibiotika über einen langen Zeitraum von mindestens vier Wochen verabreicht werden. Um die sensible Darmflora zu schützen, muss während dieser Zeit ein Darmschutz erfolgen.

Die Behandlung oronasaler Fisteln ist jedoch nur erfolgreich, wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt wird. Die an der Abszessbildung beteiligten Bakterien sind nämlich meist sehr aggressiv und können das Knochengewebe einschmelzen. Diese Schäden sind irreparabel.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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