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Kaninchen: Myxomatose

Ursachen

Myxomatose ist eine hochansteckende, meist tödlich verlaufende Virusinfektion. Der Erreger von Myxomatose ist ein Myxomavirus, das unter anderem durch stechende Insekten übertragen wird. Da das Auftreten der Insekten jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt, tritt Myxomatose gehäuft in den Sommer- und Herbstmonaten auf.

Ansteckung

Kaninchen infizieren sich mit dem Virus

  • durch stechende Insekten
  • durch mit Viren verseuchtem Futter (Gras, Löwenzahn usw.)
  • über direkten Kontakt mit infizierten Tieren

Die Inkubationszeit liegt zwischen 3 und 10 Tagen.

Leitsymptom

  • Schwellungen an Augenlidern, Lippen, Nase, Nasenrücken, Ohrgrund, Genital- und Afterregion
  • Augenentzündungen

Symptome

Die Empfänglichkeit von Kaninchen gegenüber Myxomatose ist unterschiedlich und hängt u.a. von der Rasse und der Kondition der einzelnen Tiere ab. Der Krankheitsverlauf ist dadurch uneinheitlich. Grundsätzlich unterscheidet man eine typische, knotige Form der Erkrankung sowie einen atypischen Krankheitsverlauf, ohne Ausbildung von knotigen Hautveränderungen.

Beim typisch knotigen Krankheitsverlauf kommt es zu Schwellungen und Entzündungen der Augenlider und einer eitrig werdenden Lidbindehautentzündung. Kurze Zeit später entstehen weitere Schwellungen am Ohrgrund, an Lippen, Nase und Nasenrücken. Diese Schwellungen dehnen sich auch ins Körperinnere aus und können zu Schluck- und Atembeschwerden führen. Auch an der Genital- und Afterregion können Schwellungen beobachtet werden. An die durch das Virus vorgeschädigte Haut lagern sich Bakterien an. Es entstehen so genannte Sekundärinfektionen, die häufig eitrig sind. Das Allgemeinbefinden erkrankter Tiere ist deutlich getrübt, sie sind benommen, verweigern die Futteraufnahme und verfallen zusehends. 8 bis 14 Tage nach Krankheitsbeginn sterben viele Tiere.

Die atypische Form verläuft fast immer akut. Betroffene Kaninchen entwickeln am gesamten Körper deutliche Ödeme in der Unterhaut.

Die Todesrate von akut erkrankten Tieren liegt bei nahezu 100%, daher sollte eine Einschläferung infizierter Kaninchen in Erwägung gezogen werden.

Abb. H4U135F6
Abb. H4U135F6: Myxomatose, beginnende Symptome.

Abb. H4U11DR9
Abb. H4U11DR9: Typische und deutliche Symptome einer Myxomatose-Infektion.

Abb. H4U0ZNT9
Abb. H4U0ZNT9: Typische Knötchenbildung bei einer Myxomatose-Erkrankung.

Diagnose

Das klinische Bild reicht meist aus, um eine sichere Diagnose zu stellen. In Zweifelsfällen kann das Virus auch labordiagnostisch nachgewiesen werden.

Behandlung

Eine gezielte Behandlung von Myxomatose ist derzeit noch nicht möglich. Es kann lediglich versucht werden, erkrankte Kaninchen mit Zwangsfütterung und Infusionen, Antibiotika und so genannten Paraimmunitätsinducern zu stabilisieren. Wärme und liebevolle Pflege wirken ebenfalls unterstützend.

Prognose

Trotz aufwändigen, unterstützenden Maßnahmen ist die Todesrate bei Myxomatose sehr hoch. Nur in Einzelfällen kann eine Heilung erzielt werden.

Vorbeugung

Gegen Myxomatose-Infektionen kann vorbeugend geimpft werden. Diese Impfung kann frühestens ab der 4. Lebenswoche durchgeführt werden. Für einen vollständigen Impfschutz ist eine Wiederholungsimpfung 4 Wochen nach der Erstimpfung notwendig. Anschließend sollten alle 6 Monate Wiederholungsimpfungen durchgeführt werden. An der Impfstelle können bei manchen Impfstoffen kleine Knötchen entstehen, die sich aber nach einiger Zeit zurückbilden.

Die Impfung bietet jedoch keinen 100%igen Schutz, folgende Maßnahmen sind deswegen ebenfalls sinnvoll:

  • Den Kontakt mit Wildkaninchen vermeiden.
  • Die Verfütterung von möglicherweise mit Viren behaftetem Grünfutter von Wiesen, zu denen Wildkaninchen (Feldhasen) Zugang haben, muss unterbleiben.
  • Das Anbringen von Fliegengaze an Fenstern oder Käfigen hilft, Insekten von den Tieren fernzuhalten. In der Umgebung von Kaninchenstallungen sollten außerdem möglichst keine Brutstätten für Mücken, z.B. Teiche, offene Wasserbehälter oder sonstige feuchte Stellen, vorhanden sein. Hier können sich Mücken entwickeln, die das Myxomatose-Virus verbreiten.

Tipps

Neu erworbene, ungeimpfte Kaninchen sollten mindestens zwei Wochen von anderen Kaninchen getrennt gehalten werden, um die Erkrankung nicht einzuschleppen. Dies gilt auch, wenn die anderen Tiere einen Impfschutz besitzen

Das Virus ist in der Umgebung bis zu acht Monate überlebensfähig, allerdings sehr empfindlich gegen Hitze. Sollten Sie nach einer Myxomatose-Erkrankung in Ihre Stallungen neue Kaninchen aufnehmen, so müssen möglichst alle mobilen Gegenstände erneuert und feste Käfigteile mehrmals mit kochendem Wasser behandelt werden. Eine Wartezeit von mindestens 2 Monaten sollte eingehalten werden, bevor die Stallungen erneut genutzt werden können.

ACHTUNG

Von so genannten Notimpfungen sollte abgesehen werden. Als Notimpfung bezeichnet man eine Impfung noch nicht erkrankter Tiere, wenn die Krankheit bereits im Bestand ausgebrochen ist. Notimpfungen gegen Myxomatose scheinen den Krankheitsverlauf jedoch zu beschleunigen.

Stand: 13.10.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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