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Kaninchen: Gesundheitscheck

In der freien Wildbahn besitzen Kaninchen viele natürliche Feinde, wie beispielsweise Greifvögel und Füchse. Diese suchen sich innerhalb einer Sippe immer das schwächste, also am einfachsten zu fangende Tier als Opfer aus. Um ihr Überleben zu sichern, versuchen Kaninchen daher, niemals Schwäche oder Krankheiten zu zeigen. Sie versuchen, sich möglichst lange ganz unauffällig in einer Kaninchengruppe zu bewegen.

Dieses angeborene Verhalten kann es für den Kaninchenhalter schwierig machen, ein krankes Kaninchen rechtzeitig zu erkennen. Wenn ein Kaninchen jedoch offensichtlich krank ist, ist die Erkrankung häufig so weit fortgeschritten, dass eine Heilung nur schwer oder gar nicht mehr möglich ist.

Um dies zu vermeiden ist es ratsam, sich einen regelmäßigen Gesundheitscheck anzugewöhnen. Diese Gesundheitschecks sollten von Erwachsenen durchgeführt oder zumindest begleitet werden. Auch sehr aufmerksame Kinder können kleine Veränderungen übersehen oder nicht richtig deuten.

Folgendes Vorgehen bietet sich an:

Tägliche Kontrolle

Die tägliche Kontrolle findet am besten während der Morgenfütterung statt (siehe auch Fütterung):

  • Kommen alle Tiere freudig angehoppelt, hoppeln sie normal?
  • Fangen sie sofort an zu fressen, in einem normalen Tempo, werden verschiedene Futtermittel gefressen?
  • Sind die Kotballen in den Kotecken normal geformt?

Wöchentliche Kontrolle

Folgende Untersuchungen sollten wöchentlich erfolgen:

  • Wiegen: Kaninchen, die krank oder gestresst sind, hören auf zu fressen. Die Abnahme des Körpergewichts kann erste Hinweise auf Erkrankungen geben, aber auch Übergewicht kann durch regelmäßiges Wiegen früh erkannt werden. Zwergkaninchen können in einer normalen Küchenwaage gewogen werden, größere Tiere in einem Karton auf einer Personenwaage. Das Gewicht sollte immer notiert und verglichen werden.

Abb. FZCZT1EH
Abb. FZCZT1EH: Wiegen mit einer Küchenwaage.
Dieses Kaninchen wiegt fast 2 Kilo – deutlich zuviel für ein Zwergkaninchen.

  • Ohren: Sind die Ohren sauber? Sind Krusten vorhanden? Wenn ja, könnte eine Ohrräude vorliegen.
  • Augen: Sind die Augen auf beiden Seiten gleich geformt, besteht Augenausfluss? Ist die Hornhaut glatt und glänzend? Siehe auch Hornhautveränderungen.
  • Nasenöffnungen: Sind die Nasenöffnungen verklebt oder besteht Nasenausfluss? Beides können wichtige Hinweise für einen Kaninchenschnupfen sein.
  • Maul: Sind alle vier Schneidezähne vorhanden, jeweils unten und oben gleich lang? Ist die Umgebung des Mauls trocken? Besteht Haarausfall in der Umgebung des Mauls? Weitere Hinweise auch unter Zahnerkrankungen.
  • After: Sind der After und seine Umgebung sauber und trocken? Wenn Kotballen im Fell hängen, sollten diese entfernt werden. Besonders im Sommer kann es bei langhaarigen Tieren sinnvoll sein, den Bereich um den After zu scheren, um dem Befall von Fliegenmaden vorzubeugen.
  • Geschlechtsecken: Die Geschlechtsecken sind kleine Hautfalten neben den Geschlechtsöffnungen, die sich das Kaninchen normalerweise regelmäßig selber reinigt. Sind diese nicht sauber, kann das Kaninchen sich vielleicht nur schlecht bewegen aufgrund einer Spondylose.
  • Ballen: Ist der Ballen trocken und sauber? Rechtzeitig erkannte wunde Läufe können viel erfolgreicher behandelt werden.
  • Krallen: Sind die Krallen durch Graben und Laufen ausreichend abgenutzt? Wenn nicht, könnte es ein Hinweis darauf sein, dass sich das Kaninchen plötzlich weniger bewegt. Bei einigen Haltungsformen sorgt der Untergrund nicht für eine ausreichende Abnutzung und die Krallen müssen regelmäßig gekürzt werden.
  • Haut und Fell: Das gesamte Fell und die darunterliegende Haut, auch der Bauch, müssen wöchentlich auf kahle Stellen, Krusten, Entzündungen oder Verletzungen untersucht werden. Das geht einfach, wenn mit beiden Händen gegen die Haarwuchsrichtung gestrichen wird. Veränderungen im Fell und auf der Haut können durch Krankheiten wie Demodikose, Pyodermie oder Läusebefall hervorgerufen sein.
  • Schwellungen/Umfangsvermehrungen: Bei der Kontrolle des Fells und der Haut kann auch gleichzeitig das gesamte Kaninchen auf Schwellungen oder Umfangsvermehrungen untersucht werden. Diese können Hinweise auf Abszesse oder Tumoren sein.

Halbjährliche/Jährliche Kontrollen

Neben den oben angegebenen Kontrollen sollten Kaninchen regelmäßig gegen Myxomatose (alle 6 Monate) und RHD (jährlich) geimpft werden. Der behandelnde Tierarzt wird vor der Impfung eine gründliche Allgemeinuntersuchung durchführen. In diesem Rahmen kann es sinnvoll sein, gleichzeitig die Backenzähne kontrollieren zu lassen, da diese nur mit speziellen Instrumenten betrachtet werden können. Auch die Themen Entwurmung und Kokzidien sollten im Rahmen der Impfuntersuchung angesprochen werden.

Stand: 13.12.2012, © Copyright by www.enpevet.de
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